Edith Dyckerhoff & Jürgen Wulff

 

 

 

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Zur Gruppe

  

Edith Dyckerhoff und Jürgen Wulff sind heutzutage kein Begriff mehr. Sie waren es aber im Grunde auch nicht in ihrer aktiven Zeit in den 50er Jahren. Ihre Karriere fand in der Nische des Chansons, des Kabaretts statt. Mir ist keine einzige Schallplattenaufnahme des Duos bekannt. Ihr Metier war – neben den Liveauftritten auf Kleinkunst-Bühnen – vor allem der Rundfunk. Dort wurden sie auch gefördert, dort sangen sie ihre Lieder ein – die heute (hoffentlich noch) in den jeweiligen Archiven lagern. Und so bleibt immerhin die Hoffnung, dass irgendwann vielleicht doch einmal ein Tonträger mit ihren Aufnahmen (Gesang mit Gitarrenbegleitung) erscheinen wird. Thematisch nahm sich das Duo nicht die großen Weltereignisse vor, es ging um kleine Dinge und Phantasien, wie eine schottische Whiskyflasche, ein bärtiges Walross, ein hüpfendes Känguruh, kleine Fische, nicht heulender Wind.

 

Es sind mir nur sehr spärliche Informationen über beide Personen bekannt. Es geht schon mit der Schreibweise des Namens von Jürgen Wulff / Wulf los. Da in den zeitgenössischen Quellen die häufigere Schreibweise die mit Doppel-f am Ende, übernehme ich diese Version.

 

Über Edith Dyckerhoff gibt es eine Information, sie sei die Stieftochter des Komponisten Peter Kreuder. Ich konnte keinen wirklichen Beleg dafür finden, aber es ist zumindest nicht auszuschließen. Einmal wurde sie bei einer Rundfunk-Programmvorschau als „Edith Dyckerhoff-Kreuder“ aufgeführt.

 

Peter Kreuder war viermal verheiratet und hat zwei Autobiographien geschrieben („Schön war die Zeit“, 1955 / „Nur Puppen haben keine Tränen“, 1971). In beiden Büchern verspürt Kreuder wenig Lust, allzu viele handfeste Informationen über seine Ehefrauen preiszugeben. Seine letzte Ehe muss hier ausgeklammert werden, denn die begann erst 1971.

 

Immerhin gab es bei seiner zweiten Ehe eine kleine Tochter, die seine Frau mit in die Ehe brachte. Diese Tochter wird in Kreuders 2. Autobiographie einmal kurz erwähnt, aber nicht namentlich genannt. Kreuders 2. Ehefrau hieß Gertrud und mit Geburtsnamen Kuhlo. Doch sie war vorher schon einmal verheiratet. Ob sie damals aber Dyckerhoff hieß, ist mir nicht bekannt. Die Ehe von Peter und Gertrud Kreuder dauerte offiziell von 1934 bis 1939, in Wahrheit trennten sie sich aber schon sehr bald nach der Hochzeit.

 

Falls Edith Dyckerhoff also die Tochter aus Gertrud Kuhlos erster Ehe gewesen sein sollte, so muss aber der direkte Einfluss von Peter Kreuder auf ihre Entwicklung als absolut minimal eingeschätzt werden.

 

Zusammengekommen sind Edith Dyckerhoff und Jürgen Wulff wahrscheinlich im Rahmen einer gemeinsamen Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, deren Leiter der Schauspieler Eduard Marks war. Die ersten Auftritte des Gesangsduos fanden im Jahr 1951 statt, z.B. in der Werner Fincks Hamburger „Mausefalle". Dort waren sie Ensemble-Mitglieder im ersten Programm, der gerade erst eröffneten Haus. Es hieß „Von Falle zu Falle". Mit dabei waren außer Werner Finck noch Helmut Brasch, Mona Baptiste, Klaus Havenstein, Helga Kruck und Ralf Wolter.

 

Das Foto rechts zeigt die Dyckerhoff und Wulff 1951 in der „Mausefalle"

 

 

Werner Finck und Edith Dyckerhoff 1951 in Fincks Kabarett-Bar "Die Mausefalle" in Hamburg

 

 

 

Richtig in Schwung kam die Karriere dann erst im Münchener Stadtteil Schwabing, der in der Nachkriegszeit so etwas wie ein Mekka für die deutsche Kleinkunst-Szene war.

 

Sie wurden von Albin Stuebs gefördert, dem Leiter der Abteilung „Unterhaltendes Wort“ beim NDR Hamburg, der das Duo in diversen Rundfunksendungen unterbrachte. Das führte dann zu Auftritten bei anderen Rundfunkanstalten und natürlich diversen Kleinkunstbühnen (zum Beispiel in Werner Fincks „Mausefalle“. Ihr Tätigkeitsbereich erstreckte sich bis nach Österreich und der Schweiz.

 

Wie lange das Duo letztlich existierte, weiß ich nicht. Aus späteren Jahren sind noch zwei Buchveröffentlichungen bekannt, an denen Edith Dyckerhoff mitgearbeitet hat. Über Jürgen Wulff liegen mir keinerlei Informationen vor.

 

 

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Radio

  

Volkskonzert

Radio: 16.08.1952  HR; 20:00 Uhr (90 Min.)

Mitwirkende: das Tanz-Orchester des Hessischen Rundfunks, Leitung: Willy Berking; Edith Dyckerhoff-Kreuder, Evelyn Künneke, Wolfram Röhrig, Gerhard Wendland, Jürgen Wulf, das Sunshine-Quartett, die Drei Nickels

 

Edith Dyckerhoff und Jürgen Wulff mit neuen Liedern

Radio: 17.08.1952  NWDR; 23:00 Uhr (20 Min.)

 

Kabarett im Studio

Radio: 01.08.1954  NWDR Hamburg; 22:30 Uhr (30 Min.)

mit Edith Dyckerhoff und Jürgen Wulff

Am Klavier: Wolfram Röhrig

 

Wir bauen ein kleines Kabarett

Radio: 05.01.1955  NWDR; 22:10 Uhr (35 Min.)

Eine Sendung mit jungen Kabarettisten, aufgenommen im kleinen Sendesaal des Nordwestdeutschen Rundfunks Köln

Mitwirkende: Edith Dyckerhoff und Jürgen Wulf, Hanns-Dieter Hüsch, Freddy Klaus und Herbert Mensching

Es spielen Kurt Herrlinger und seine kleine Besetzung

Leitung der Sendung: Guy Walter

 

Zwei bunte Stunden

Radio: 14.10.1955  HR, 2. Programm; 19:00 Uhr (120 Min.)

Das Traumorchester des Hessischen Rundfunks unter der Leitung von Willy Berking

Solisten: Jutta Eckert, Gusti Harrer, Peter Scheeben, das Sunshine-Quartett, Edith Dyckerhoff, Jürgen Wulf, Bobby John (Bobbejaan ???), Roman Sporer

Ansage: Otto Höpfner

Aufnahme einer öffentlichen Veranstaltung in Gelnhausen

 

So stell’n sie sich das Brettl vor

Radio: 08.02.1956  SWF II; 21:15 Uhr (45 Min.)

Öffentlicher Kabarettabend

Mitwirkende: Iska Geri, Edith Dyckerhoff, Jürgen Wulf, Hanns Dieter Hüsch, Simone Müller, Freddy Klaus und Rolf-Hans Müller mit seinem Trio

Leitung der Sendung: Guy Walter

 

Kabarett im Studio

Radio: 26.06.1955  NWDR; 22:45 Uhr (30 Min.)

Edith Dyckerhoff und Jürgen Wulff, Chansons

Wolfram Röhrig am Flügel

Leitung der Sendung: S. O. Wagner

 

 

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Fernsehen

  

Tele-Brettl

TV: 29.06.1953  ARD; 20:30 Uhr (30 Min.)

Mit Edith Dyckerhoff, Jürgen Wulf, Hellmuth Pfaehler, Wolfram Röhrig und vielen Kleinkunst-Überraschungen.

 

Das himmlische Riesenrad

TV: 24.11.1955  ARD (BR); 21:30 Uhr (15 Min.)

Ein astrologischer Bilderbogen von Christa Kemper und Herbert Pothorn, gesungen von Edith Dyckerhoff

 

 

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Bücher

  

Ein Hamster aus Hamsterdam

 

Ballade für Kinder. Gez. v. Gertraud u. Walter Reiner. In Noten gesetzt v. Wolfram Röhrig u. Edith Bove Dyckerhoff

 

München: Schloendorn Verlag, ohne Jahresangabe (Lizenzausgabe ©1965)

 

Bilderbuch für Kinder (24 Seiten), mit beiliegenden Noten und Schallplatte

 

 

 

An Angel from Munich

 

Buchbearbeitung des Trickfilms „Ein Münchner im Himmel“ nach der Originalgeschichte von Ludwig Thoma

von Gertraud und Walter Reiner

Englische Version von Edith Dyckerhoff and Matthias Büttner

 

Süddeutscher Verlag, München, 1980

 

 

 

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