|
Bruce Low |
|||
|
26. März 1913 - 3. März 1990
|
|||
Zur Person
|
|||
|
|||
Die ersten Jahre
Bruce Low wurde am 26. März 1913 in der damaligen Kolonie Niederländisch-Guyana (die die heutigen Staaten Guyana und Surinam (bzw. Suriname) umfasste) im surinamischen Teil geboren. Sein wirklicher Name war Ernst Gottfried Bielke.
Eine kleine Zwischenbemerkung zur Schreibweise des Nachnamens. Es gibt zwei Varianten, nämlich „Bielke“ bzw. „Bjelke“. Aus sicherer Quelle ist belegt, dass die korrekte Schreibweise „Bielke" ist, der Autorenname „Bjelke" ist also lediglich eine kleine Abweichung davon. Allerdings benutzt Bruce Lows Sohn Boudewijn (aus erster Ehe), ein niederländischer Kunstdesigner, ebenfalls die Bjelke-Schreibweise. Sein Lows Sohn Vincent (aus zweiter Ehe) schreibt sich jedoch wie Vater und Großvater (nämlich Bielke).
Bruce Lows Vater hieß Hermann Moritz Bielke und war ein niederländischer protestantischer Missionar. Seine Mutter Lydia war Schweizerin und die Tochter eines Missionars. Sie wuchs jedoch nicht zusammen mit ihren Eltern auf, die in Asien lebten, sondern bei einer Pflegefamilie in der Schweiz. Dort trafen sich Hermann und Lydia auch zum ersten Mal.
Nach ihrer Hochzeit gingen sie als Missionars-Ehepaar nach Surinam (damals Teil von Niederländisch-Guyana), einem vergleichsweise kleinen Land an der südamerikanischen Ostküste. Im Süden grenzt Surinam an Brasilien. Das Paar lebte in der Missionsstation Zorgvliet.
Dort verbrachte der junge Ernst seine ersten Jahre mit seinen Eltern und seinen Geschwistern. Er hatte eine ältere Schwester (Helen), zwei jüngere Schwester (Annemarie und Veronica) und einen jüngeren Bruder (Paul). In seiner schon angesprochenen Autobiografie erwähnt Bruce Low seine Geschwister erst nach der Rückkehr nach Europa. Aus seinen Ausführungen über die Zeit in Surinam könnte man eher den Eindruck haben, er sei ein Einzelkind gewesen.
Die Jahre in der Missionsstation waren einerseits durch wenig vordergründigen Luxus geprägt (weil das nicht üppige Missionarsgehalt nicht mehr zuließ), andererseits aber doch noch von der kolonialen Wirklichkeit, nach der Weiße eben doch den Vorrang vor allen anderen Hautfarben hatten. Surinam war ein buntes Gemisch von Menschen aller möglichen ethnischen Herkünfte. Neben den indianischen Ureinwohnern waren die Weißen natürlich vor allem durch die Niederländer vertreten, dann gab es die Nachfahren afrikanischer Sklaven, aber auch sehr viele Asiaten, besonders ehemalige Bewohner der Insel Java. Und natürlich gab es Mischlinge jeder Art.
Mit sieben Jahren kam der kleine Ernst in die Hauptstadt Paramaribo, um dort eine Schule zu besuchen. Dort lebte er bei den Betreibern eines Internats, fühlte sich aber wegen des strengen Regiments der Leiterin nicht besonders wohl. Aber bereits im Jahr darauf, also 1921, änderte sich die Lebenssituation noch einmal noch drastischer. Er fuhr mit seinen Eltern und den Geschwistern in die Niederlande. Für die Eltern war es nach neun Jahren Surinam eine Auszeit von der Missionsarbeit, für den achtjährigen Ernst das Ende seines ersten Lebensabschnitts. Er sah Surinam nie wieder.
|
|||
Niederlande
Die Familie ließ sich in Zeist bei Utrecht nieder, dem Hauptsitz der Herrnhüter Brüdergemeinde, für die Hermann Bielke als Missionar tätig war. Dies war für Ernst aber nur eine kurze Zwischenstation. Die Eltern schickten ihn in eine Lehranstalt der Brüdergemeinschaft, ein Knabeninternat in Niesky im fernen Schlesien. Hier verbrachte er zwei Jahre, die ihm vor allem körperlich gut bekamen. Dennoch wollte er zurück nach Holland. Die Eltern entsprachen dem Wunsch und er durfte wieder zurück.
Besonders Vater Hermann Bielke konnte sich in die alte holländische Heimat nicht mehr so recht einfinden und hoffte auf eine Rückkehr nach Surinam. Das dauerte zwar noch einige Jahre, aber schließlich führen die Eltern mit den beiden jüngsten Kindern wieder zurück in die Missionsanstalt in den Tropen.
Die ältesten drei Kinder blieben in Holland. Ernst und seine Schwester Annemarie kamen zu einem älteren Ehepaar nach Bilthoven, einem Nachbarort von Zeist. 1942 machte Ernst sein Abitur. Seine ersten Berufspläne, Indologe bzw. Missionsarzt zu werden, scheiterten an seinen finanziellen Möglichkeiten, da er kein Stipendium erhalten konnte. Angesichts seiner Sportlichkeit und der Kürze des entsprechenden Studienganges, entschied er sich für eine Ausbildung in dieser Richtung. Erste Station war ein privates Institut in Utrecht, das ihm aber überhaupt nicht zusagte.
Zusammen mit einem Freund wollte er dann die Hochschule für Leibesübungen in Berlin besuchen. Unmittelbar vor der Abreise hatte Ernst jedoch am 19. April 1934 einen schwerwiegenden Unfall. Bei einem Schauturnen unterlief ihm ein Flüchtigkeitsfehler und er schlug mit dem Knie auf dem Parkettfußboden auf. Dabei ging im Knie so ziemlich alles kaputt. Leider war die Medizin damals noch nicht so weit und er konnte nicht operiert werden. Statt der Reise nach Berlin wurde er zunächst für sechs Woche eingegipst.
|
|||
Berlin
Mit etwa achtwöchiger Verspätung kam Ernst dann doch – noch lädiert – in Berlin an. Die Eindrücke, die diese Stadt auf ihn machten, waren vielfältig und in jeder Weise faszinierend. Alles war deutlich mehrere Nummern größer als das, was er bisher kennengelernt hatte. Die Metropole Berlin war schneller, lauter und aufregender als alles vorher. Die Sportanlagen waren ungeheuer großzügig angelegt und brandneu, alles war scheinbar im Überfluss vorhanden. Das kulturelle Angebot war enorm vielfältig, gerade auch in Sachen Musik. Er fand Zugang zur bis dahin fremden Welt von Oper und Sinfonien. Aber es gab auch beeindruckendes Theater und auch noch Kabarett mit Werner Finck.
Aber es gab eben auch die andere Seite. Die Nazis waren an der Macht. War es zu Anfang eher noch martialische Deutschtümelei, die man vielleicht belächeln konnte, so zeigte sich doch immer stärker die wahre Fratze des Regimes. Ernst Bjielke war in Berlin mit der Jüdin Elly Rosen befreundet. In dieser Situation bekam er die Restriktionen unmittelbar mit, die immer ungezügelter wurden und spätestens mit der Pogromnacht (der sogenannten Reichskristallnacht) im November 1938 in blanke Verfolgung umschlugen. So konnte er seiner Freundin und deren Mutter nur zu einer Emigration raten und sie dabei unterstützen. Im Gegensatz zu Millionen anderer Verfolgten, konnten sich die beiden Frauen gerade noch rechtzeitig absetzen.
Ernst selbst musste sich aufgrund seiner Knieverletzung beruflich neu orientieren. Die Ärzte machten ihm klar, dass sein Knie nie mehr voll belastbar sein würde und eine aktive Sportlehrertätigkeit ausgeschlossen sei. Da er immer mehr in die Welt der Musik eingetaucht war und selbst über eine gute Stimme verfügte, entschloss er sich, es in dieser Richtung zu versuchen.
Er nahm einerseits Gesangsunterricht bei Professor Jacques Stückgold (bis dieser 1938 emigrierte), auf dessen Anraten hin bewarb er sich nach einem Jahr erfolgreich auch als Chorsänger im Admiralspalast in der Friedrichstraße, damals einem der führenden Operettenhäuser. Das hatte zwei Vorteile. Zum einen verdiente er damit Geld, zum anderen sammelte er bereits praktische Bühnenerfahrung.
|
|||
Rückkehr in die Niederlande
Schließlich, im Jahr 1940, kurz vor dem Überfall der deutschen Wehrmacht in den Niederlanden, kehrte Ernst Bielke in seine holländische Heimat zurück. In Zeist nahm er sich ein Zimmer und wurde Mitglied in einem Amsterdamer Chor, der sich dem Chorrepertoire vieler Jahrhunderte widmete. Natürlich waren oft Oratorien darunter. Hier wurde Ernst auch öfter solistisch tätig, doch ihm fehlte – nach eigener Aussage - noch die wirkliche Technik zum Beherrschen der wirklich schwierigen Stellen. Als Ersatz versuchte er mit dem altbewährten Mittel, dem forcierten Stimmeinsatz, über die Runden zu kommen.
Nach einer unglücklich verlaufenden Liebesbeziehung zu einer verheirateten Frau verließ er Zeist und blieb bis zum Ende des Kriegs, den er unbeschadet überstand, in einem anderen Dorf.
Die Befreiung von den deutschen Besatzern durch die alliierten Streitkräfte war in den Niederlanden natürlich eine Zeit völliger Euphorie. Aber für Musikkünstler hatte sie noch einen weiteren Vorteil: es gab wieder Auftrittsmöglichkeiten. Die Soldaten hatten ein großes Bedürfnis nach Unterhaltung. Überall schossen Soldatenclubs von unterschiedlicher Größe, Ausstattung und Niveau wie Pilze aus dem Boden.
Auch Ernst Bielke versuchte hier sein Glück. In Hilversum nahm er Kontakt auf zu einem Offizier der kanadischen Truppen, der für die Unterhaltung der Soldaten zuständig war, und bekam – nach einem Vorsingen - einen Job als Sänger. Dabei musste er natürlich sein Repertoire dem Geschmack der Soldaten anpassen. Es standen jetzt keine Choräle oder Oratorien mehr auf dem Programm sondern alte Bing-Crosby-Hits oder Musical-Melodien. Es waren natürlich auch keine reinen Konzerte, zu denen die Soldaten gingen. Vielmehr war Ernst Bielke eine musikalische Zugabe in den Freizeit-Clubs der Soldaten. Es wurde vieles gemacht – vor allem viel getrunken. Das war natürlich eine harte Schule, aber es konnte Bühnenpräsenz trainiert werden. Aber der Hauptgrund der Auftritte war natürlich die Bezahlung – auch in Naturalien.
|
|||
„Bruce Low“ erscheint
Und hier entstand auch der Künstlername „Bruce Low“. Nach Angabe des Sängers konnte sich ein Captain Callaghan, der in Hilversum für die Künstlerbetreuung zuständig war, seinen richtigen Namen nicht merken und machte ihn kurzerhand zu Bruce Low. Und dabei blieb es.
Waren die Auftritte bei den alliierten Soldaten eine lukrative Angelegenheit ohne allzu viel künstlerischen Aufwand betreiben zu müssen, so waren sie doch plötzlich mit einem Schlag mehr oder weniger vorbei. Holland war ja kein besetztes Land und so zogen die Soldaten nach und nach alle wieder ab. Finanziell bedeutete das eine starke Einbuße.
Um weiterhin im Soldaten-Geschäft zu bleiben, musste Ernst Bielke / Bruce Low nach Deutschland fahren. Dort gab es jede Menge alliierter Soldaten – und somit Auftrittsmöglichkeiten. Doch das Geschäft wurde einerseits noch rauer – anderseits aber bequemer. Wie der Sänger in seiner Autobiografie schildert, musste er nie die vertraglich vereinbarte Zeit am Abend singen. Die Veranstaltungen waren immer schon früher aus. Stets gab es irgendeine Prügelei unter den Soldaten, worauf die Militärpolizei erschien und die Veranstaltung aufgelöst wurde – und Bruce Low hatte früher Feierabend.
Das war zwar vergleichsweise schnell verdientes Geld, seine Karriere kam aber mit solchen Auftritten nicht wirklich voran. Das gelang ihm erst ein wenig später – genauer gesagt im Februar 1947. mit einem Auftritt im berühmten Amsterdamer Concertgebouw. Dort sollte er im Rahmen eines Konzerts von Dolf van der Lindens Rundfunkorchester einige Lieder singen – unter anderem „Ol’ Man River“. Entsprechend der Handlung in dem Musical „Showboat“, aus dem das Lied stammt, entschloss sich Bruce Low zu einer entsprechenden Maske. Er zog sich einen erschlissenen Overall an, setzte sich eine schwarze Kraushaar-Perücke auf und schminkte sich schwarz. Als Neger hatte Bruce Low auf Anhieb Erfolg. Es folgten zahlreiche weitere Auftritte in Holland, bei denen er stets in dieser Aufmachung auftrat. Da er die Lieder auf englisch sang und in Verbindung mit dem Künstlernamen, wurde er vielfach für einen amerikanischen Neger gehalten.
Diese Fehleinschätzung führte zu einem Engagement in Wien, bei dem er für einen erkrankten Sänger im Rahmen einer Revue mit ausschließlich oder hauptsächlich schwarzen Akteuren einspringen sollte. Die Verwunderung war zunächst groß, als plötzlich ein Weißer erschien, aber auch in Wien hatte der Sänger in seiner Maske großen Erfolg.
Nach Angabe von Bruce Low beklagte ein Bühnenarbeiter, dass er die englische Texte nicht verstünde und er gerne auch etwas auf deutsch gesungenes hören möchte. Low hat daraufhin eines seiner Lieder mit einem deutschen Text versehen – und hatte damit seinen Durchbruch eingeleitet. Jetzt bekam er Angebote von Plattenfirmen für Schallplattenaufnahmen.
|
|||
Schallplattenstar
Nach seinen eigenen Angaben war „Geisterreiter“ im Herbst 1949 seine erste Schallplatten-aufnahme. Es dürfte sich dabei allerdings um die englischsprachige Fassung „(Ghost) Riders In The Sky“ handeln, die dann später von Bear Family wiederveröffentlicht wurde. Die deutschsprachige Aufnahme entstand erst zehn Jahre später.
Bruce Low machte zuerst Aufnahmen für Harmona, einem österreichischen Label, das aber wohl (zumindest in Deutschland) von der deutlich größeren Austrophon mit ihrem Label Austroton vertrieben wurde. Ob Harmona letztlich eine eigenständige Firma oder nur ein Austrophon-Label war, ist mir nicht bekannt.
Den ersten wirklichen Hit auf Platte und im Kino kam Ende des Jahres 1950 heraus: „Leise rauscht es am Missouri“. Neben der Platte trug entscheidend der erfolgreiche Revue-Film „Die Dritte von rechts“ dazu bei, ihn und das Lied populär zu machen. Im Film spielte Bruce Low beileibe keine Hauptrolle. Er wurde lediglich (wie auch in den meisten seiner noch folgenden Filme) als musikalische Einlage eingesetzt. Bei seinem ersten Film trat er überdies nochmals in seiner Neger-Maske auf. Das Lied, komponiert von Michael Jary, wurde ein Evergreen; dabei mochte es der Sänger – zumindest am Anfang – überhaupt nicht. Er bemängelte – völlig zu Recht – dass ein English Waltz nun keinesfalls die Art von Lied sei, das ein Neger-Sklave gesungen hätte. Auch den mächtigen Missouri fand er falsch beschrieben, der nun mal kein rauschender Schwarzwaldbach sei. Aber Authentizität war nicht das, was man in einem deutschen Revue-Film der frühen 50er Jahre erwarten konnte (übrigens auch nicht von einem amerikanischen – gleichgültig aus welcher Zeit).
Aber das spielte alles keine Rolle. Die Revue-Filme vermittelten absolut eine Traumwelt, in vielen Fällen (wie auch hier) eine exotische Traumwelt – oder was man dafür hielt. Das Missouri-Lied traf jedenfalls den Geschmack der Zeit und Bruce Low wurde auch in Deutschland bekannt. Allerdings war die Neger-Kostümierung auf die Dauer in vierlei Hinsicht nicht befriedigend, auch was die dadurch bedingte Repertoire-Einschränkung angeht.
So wurde die Kraushaar-Perücke ersetzt durch einen Cowboy-Hut. Sieht man sich heute die damaligen Fotos an, so stellt man fest, dass dort wieder eine absolute Kunstfigur geschaffen wurde. Im Grunde hatte nichts von seiner Maskerade etwas mit einem authentischen Cowboy zu tun, es sah eher so aus, wie wenn sich kleine Jungen zu Fasching / Fastnacht / Karneval entsprechend verkleiden. Natürlich war bei Bruce Low alles ein wenig nobler und durchgestylter. Andererseits waren auch die entsprechenden amerikanischen Sangeskollegen keinen Deut echter mit ihren ewigen Fransen und Pailletten.
Unabhängig von diesen Äußerlichkeiten war Bruce Low aber in seinen musikalischen Darbietungen absolut überzeugend und stimmig. Seine solide Bass-Stimme war geradezu prädestiniert für diese Art von Liedern, für die der Begriff „Cowboy & Western-Lieder“ sicher treffender ist als das, was man heute mit Country & Western verbindet. Er gehört hier deutlich mehr in die Nähe von Bing Crosby als von Nashville.
Ende 1952 wechselte Bruce Low zur damals führenden Plattenmarke im deutschsprachigen Unterhaltungsbereich, auch weil er dort wesentlich günstigere Konditionen bekam als bei seiner bisherigen Firma. Überdies hatte er bei Harmona / Austroton einen Vertrag ohne ein Laufzeitende. Heute würde man wohl Knebelvertrag dazu sagen, damals jedoch kaufte die Polydor ihren neuen Sänger aus dem Vertrag heraus.
Mit dem Cowboy-Lied „Tabak und Rum“ hatte Bruce Low hier einen Einstand nach Maß. Es wurde gleich wieder ein richtiger Hit. Und auch andere Polydor-Singles konnten sich gut verkaufen, allen voran „Das alte Haus von Rocky Docky“, einen Ort den man vergeblich auf der Landkarte sucht.
Um neben den vielen Tourneen bei einem breiteren Publikum auch optisch bekannt zu werden, gab es in einer Zeit, als die meisten Haushalte noch nicht über ein Fernsehgerät verfügten, nichts besseres als möglichst viele Auftritte in Spielfilmen. Auch Bruce Low trat in einer ganzen Reihe solcher Filme auf, doch es waren stets nur musikalische Einlagen, die er brachte. Nur ein einziges Mal konnte er in den fünfziger Jahren eine wirkliche Rolle ergattern – und da war es auch gleich die Titelrolle. 1958 spielte er in „Ein Amerikaner in Salzburg“. Bedauerlicherweise befand sich Bruce Low damals – ungeachtet der Hauptrolle – eigentlich auf einem Karriere-Abschwung. Der Rock ’n’ Roll hatte das Kommando übernommen und mit ihm kam ein neuer Jugend-Kult auf den Musikmarkt. Viele etablierte Gesangs-Stars, die noch vor wenigen Jahren große Erfolge feiern konnten, mussten jetzt sehen, wo sie blieben.
„Ein Amerikaner in Salzburg“ wurde kein großer Erfolg – ob zu Recht oder nicht, weiß ich nicht. Ich habe ihn nie gesehen. Leider ist es keiner der Filme, die öfters im Fernsehen gezeigt werden. Negativ für die Gesangskarriere von Bruce Low wirkte sich auch noch das Auftauchen von Freddy Quinn aus, der im Bereich der männlich-kernigen Sänger alles abräumte was es gab. Aber auch Fred Bertelmann hatte gerade seine Hoch-Phase.
Dabei machte Low aber kontinuierlich neue Plattenaufnahmen (seit 1956 für Electrola). Aber sie verkauften sich aber nicht mehr so gut wie in den frühen 50er Jahren. Über eine so satte und ausdrucksstarke Bass-Stimme wie er verfügte sonst kein anderer Top-Sänger im deutschsprachigen Unterhaltungsbereich. Aber seine Stimme kam eben etwas aus der Mode.
Seit Ende der Fünfziger war Bruce Low beim Bertelsmann Schallplattenring unter Vertrag, aus dem sich dann die Ariola als eigenständige Schallplattenfirma herausentwickelte. Der Schallplattenring war damals beleibe kein Label für Zweitauswertungen. Es wurden regelrechte eigene Platten aufgenommen. Dabei wurde zweigleisig gefahren. Zum einen gab es bekannte Zugpferde wie z.B. Zarah Leander, Lale Andersen oder eben auch Bruce Low, zum anderen gab es zahlreiche Sänger ohne bekannten Namen, die dann mehr oder weniger bekannte Lieder sangen. Erst später kam dann der Trend mit den Club-Sonderauflagen der bekannten Plattenfirmen.
Bruce Low konnte gerade in dieser Zeit bei Bertelsmann eine recht breite Palette unterschiedlicher Lieder aufnahmen. Aufgrund des Club-Mitgliedschafts-Prinzips wurden ja gerade keine Hitparaden-Platzierungen angestrebt, sondern es sollten Mitglieder für den Schallplattenring angeworben werden. Man setzte auf ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Programm. Bruce Low konnte dadurch auch etliche Lieder singen, die normalerweise nur schwer auf eine Single gekommen wären. Als Beispiele seinen einmal „Hörst du mein heimliches Rufen“, „Letzte Rose“ oder Brahms’ Wiegenlied „Guten Abend, gut' Nacht“ genannt.
Die gute Qualität setzte sich auch in der Ariola-Zeit fort, da kam es sogar noch einmal zu einem kleineren Hit. Der US-Evergreen „Harbor Lights“ war wie für Bruce Low in die Kehle komponiert. Sein „Hafenlicht“ brachte ihn wieder stärker in die Öffentlichkeit, da der Schallplattenring seine Platten eben nur eingeschränkt vermarktete (Versandhandel) und diese Aufnahmen wohl auch nicht im Radio gespielt wurden. Aber eine Initialzündung für Bruce Lows Karriere stellte sich nicht ein. Und das, obwohl er jetzt zu einem LP-Künstler wurde und viele wunderschöne Aufnahmen machte, der Verkauf erfüllte jedoch nicht mehr die Erwartungen.
|
|||
Journalistisches Zwischenspiel
In der zweiten Hälfte der sechziger Jahre hatte Bruce Low das Gefühl, dass es mit seiner Showbusiness-Karriere nicht mehr weiterging, und er machte sich auf die Suche nach etwas Neuem. Der Zufall kam ihm zu Hilfe in Gestalt des Journalisten und gelegentlichen Drehbuchautors und Regisseurs Will Tremper. Low hatte in den sechziger Jahren in zwei von Trempers Filmen mitgespielt. Tremper war jetzt aber mit dem Aufbau einer neuen Zeitschrift beschäftigt. Er gab Bruce Low die Chance, es dort einmal zu versuchen. Zwar fehlte diesem eine wirklich fundierte Ausbildung, aber nach und nach verschaffte er sich eine gewisse Substanz durch „Learning by Doing“.
Die neugegründete Zeitschrift hieß „Jasmin“ und Bruce Low war vor allem für Recherchen zuständig, da ihm für das Schreiben selbst eben doch journalistisches Handwerk fehlte. In dieser Tätigkeit bediente er sich des Pseudonyms „Thomas Gallauner“. Die Zeitschrift existierte von 1968 bis 1973, da aber Bruce Low bereits in der Vorbereitungsphase dabei war, könnte diese Tätigkeit auch bereits 1967 begonnen haben.
Aber natürlich schielte er doch weiterhin auf die Gesangskarriere. Es ist nicht so ganz richtig, was er in seiner Autobiografie schreibt: „An meine Existenz als Sänger hatte ich keine Gedanken mehr verloren.“ Natürlich war die journalistische Tätigkeit nur ein Notnagel. Wenn sich aber die Gelegenheit für einen Fernseh- oder Filmauftritt bot, nahm er das gerne war.
So trat der z.B. in einer am 16.06.1969 in der ARD ausgestrahlten Folge der legendären maritimen Showreihe „Haifischbar“ auf. Auch trat er wieder einmal in einem Film seines Spezies Will Tremper auf. Aber das waren eher noch Zwischenspiele, die seine Karriere noch nicht wieder wirklich in Schwung brachten. Doch das geschah bereits im folgenden Jahr.
|
|||
„Noah“ und die zweite Karriere
Im Radio wurde 1970 eine alte Aufnahme mit dem Titel „Noah“ gesendet. Wann die Aufnahme letztendlich genau entstanden ist, kann ich nicht mit Gewissheit sagen, da die Quellen hier voneinander abweichen. Bruce Low schreibt in seiner Autobiografie, dass die Aufnahme zum Zeitpunkt der Wiederentdeckung sieben Jahre alt gewesen sei. Das wäre dann das Jahr 1963. Auf dem Plattentext der LP „Die großen Erfolge von gestern - Das Wunschkonzert" spricht Low jedoch mit Bezug auf das Jahr 1971 von einem sechs Jahre alten Lied. Das wäre dann 1965. Ich habe aber auch von einer vier Jahre alten Aufnahme gelesen, wobei aber nicht genau klar war, ob der Bezug das Jahr der Wiederentdeckung oder der Wiederveröffentlichung war. Das würde also auf die Jahre 1966 / 1967 hindeuten. Nach meinen Informationen hat Charles Nowa (der Bruce Low bei der Aufnahme begleitete) mit seinem Orchester bis 1966 Aufnahmen für Ariola gemacht. Jedenfalls ist mir keine spätere Aufnahme bekannt. Nach meiner Einschätzung sollte es sich um eine Aufnahme von 1966 handeln. Das Lied ist erstmals auf der LP „Songs auf den Straßen der Welt" erschienen. Diese ist aber im damals im Fachhandel gängigen Schallplatten-Gesamtverzeichnis „Der Große Schallplatten-Katalog" für 1967 (beinhaltet die Veröffentlichungen bis einschließlich September 1966) noch nicht enthalten, wohl aber in der Ausgabe für 1968 (erschienen im September 1967). Da bedeutet, dass die LP zwischen Oktober 1966 und Sommer 1967 herausgekommen sein muss.
In den frühen Siebzigern war es keine geplante Wiederveröffentlichung. Sie wurde eher regelrecht erzwungen. Es hatte damit angefangen, dass in einem Radiosender die alte Aufnahme gesendet wurde. Damit kam eine Lawine ins Rollen. Immer öfter konnte man das Lied im Radio hören, aber Bruce Lows Plattenfirma Ariola glaubte zunächst nicht an einen Plattenerfolg. Aber nach etlichen Monaten Verzögerung kam doch noch die Single auf den Markt und das Sintflut-Lied „Noah“ wurde auch hier ein echter Hit.
Damit war Bruce Low wieder im Geschäft. Er hatte wieder zahlreiche Fernsehauftritte und nahm wieder neue Platten auf. Dabei gab es einen es einen Schwerpunkt mit Liedern, die mit Religion, Spirituellem oder der Bibel zu tun hatten. Mit „Das Kartenspiel“ und „Die Legende von Babylon“ hatte Low in den siebziger Jahren noch zwei weitere richtige Hits. Er brachte mit schöner Regelmäßigkeit neue Singles heraus, die sich allerdings oftmals an die Machart der drei großen Erfolge anhängten.
Neben seinen normalen Fernsehauftritten wurde Bruce Low auch noch Moderator von Zirkus-Sendungen. Es begann 1975 mit der Sendung „Zauber der Manege“. Dann schloss sich dann die mehrjährige Sendereihe „Zirkus, Zirkus“ an. Bruce Low war richtig präsent. In den frühen 80er Jahren übernahm dann Freddy Quinn die Moderation dieser Reihe, wobei sich Bruce Low ausgebootet gefühlt hat.
Gab es bei seinen Platten auch den Schwerpunkt der religiösen Schiene, bei seinen Film-, Fernseh- und Theater-Auftritten achtete er darauf, dass er nicht nur auf diese Seite festgelegt wurde. Er trat in einer Operettenverfilmung („Victoria und ihr Husar“) ebenso auf wie in dem Erfolgsfilm „Die Ehe der Maria Braun“ von Rainer Werner Fassbinder, wie auch erneut als Old Shatterhand in einem Karl-May-Spektakel in Wien (In den 60er Jahren hatte er den Old Shatterhand bereits in Berlin gespielt).
|
|||
Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand
Bruce Low nannte seine Autobiografie „Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand – Lied meines Lebens“. Er schildert darin, wieviel Erfolg ihm dieses Lied gebracht hat.
Zitate aus dem Buch betreffend das „Pferdehalfter-Lied“: „Wieviel ich verkaufte, weiß ich wirklich nicht mehr. Es waren jedenfalls so viele, daß ich herrlich und in Freuden leben konnte.“ „Von Monat zu Monat stiegen Arbeit und Einnahmen. Bald konnte ich mir ein Auto leisten.“
Das ist nur schwer nachvollziehbar. Zwar nennt er bezüglich seiner Aufnahme nie ein konkretes Jahr, aber im Zusammenhang des Erzählten müssen die späten 40er oder frühen 50er Jahre gemeint sein. Ich konnte aber leider nie einen weiteren Beleg dafür finden, dass Bruce Low dieses Lied damals wirklich aufgenommen hat. Ich kenne keine Wiederveröffentlichung auf CD oder auch nur den Hinweis auf eine vorhandene Schellack-Platte. Wenn es eine solche Platte gegeben hätte, die auch noch erfolgreich war, würde sie heutzutage mit Sicherheit immer mal wieder zum Verkauf angeboten werden. Auch Bear Family hätte sich diese Aufnahme nicht entgehen lassen.
Weiterhin schrieb Bruce Low, er habe die englische Version „There’s A Bridle Hanging On The Wall“ von Bing Crosby gesungen zum ersten Mal 1938 in Holland gehört. Auch damit habe ich so meine Probleme. Jedenfalls hat Bing Crosby dieses Lied wohl zumindest niemals auf Schallplatte aufgenommen. In einem recht zuverlässigen Buch über den Sänger sind auf ca. 75 Seiten Crosbys Schallplatten-Aufnahmen aufgelistet, aber „There’s A Bridle...“ ist nicht erwähnt. Allerdings hat Crosby immens viele Aufnahmen für den Rundfunk aufgenommen, von denen zwar viele mittlerweile auf CD veröffentlicht wurden, aber „Bridle“ eben nicht. Auch im Internet konnte ich nichts über eine Crosby-Version dieses Liedes finden.
Zurück zu Bruce Low. Natürlich hat er das „Pferdehalfter“ besungen – sogar mehrfach auf Schallplatte aufgenommen. Insgesamt habe ich vier verschiedene Aufnahmen von ihm registriert. Die erste Aufnahme stammt wohl von 1959. Das Lied in der Interpretation von Bruce Low wurde – nach meinem Kenntnisstand – erstmals ca. 1973 als Single veröffentlicht.
|
|||
Familie
Bruce Low war dreimal verheiratet. Seine erste Ehefrau hieß Trua. Sie war bereits zweimal verheiratet und hatte aus erster Ehe eine Tochter namens Marion. Aus der gemeinsamen Ehe gab es dann noch einen 1948 geborenen Sohn namens Boudewijn. Die Heirat müsste also irgendwann in den Jahren 1945 – 1947 stattgefunden haben. Nach Aussage von Bruce Low lief die Ehe von Anfang an ziemlich schlecht, beide Partner waren wohl verschiedene Charaktäre, die noch dazu in einer sehr verschiedenen Umgebung aufgewachsen waren. Bereits kurz nach der Geburt des Sohnes waren die Ehepartner de facto getrennt. Zu einer Scheidung kam es aber erst Anfang der sechziger Jahre. Bis dahin wurde gegenüber der Öffentlichkeit das Bild einer intakten Familie aufrecht erhalten. So gab es zum Beispiel in der Zeitschrift Film-Revue in Ausgabe Nr. 3/1958 eine farbige zweiseitige Home-Story, wo man das scheinbare Familienglück sehen konnte.
Tatsächlich hatte Bruce Low über 10 Jahre eine Beziehung mit seiner Freundin Karin Litowski. Dies endete erst mit Lows zweiter Heirat, er blieb seiner Freundin aber bis zu deren Tod freundschaftlich verbunden.
1963 heiratete Bruce Low die 21 Jahre jüngere Marian Elmendorp, die er bereits seit 1945 kannte. Aus dieser Ehe gingen die beiden Kinder Vincent (* 1965) und Valérie (* 1967) hervor. Die Ehe hielt immerhin gute zwei Jahrzehnte, aber Mitte der achtziger Jahre kam es doch auch hier zur Scheidung.
Zu diesem Zeitpunkt war der Sänger aber bereits mit Ilselore Louisoder liiert. Und mit ihr ging er 1989 seine dritte Ehe ein, der aber nur wenige Monate beschieden waren und mit Bruce Lows Tod endete.
|
|||
Religion
Wie schon am Anfang gesagt, waren Bruce Lows Eltern ein Missionarsehepaar. Dadurch wurde ihm in seiner Kindheit und Jugend sehr viel Religosität abgefordert. Auch durch seine spirituellen Lieder der siebziger Jahre hatte er nach außen hin das Image eines sehr religiösen Menschen. In Wahrheit blieb ihm die Religion aber zeitlebens fremd. Allerdings schüttelte der diesen Bereich nicht einfach von sich ab. Aufgrund seiner Erziehung bereitete es ihm doch echte Konflikte, die er mit sich selbst auszutragen hatte. Schließlich konnte er aber selbst mit seinem Vater vor dessen Tod 1955 noch offen über seine Zweifel reden.
|
|||
Autobiografie
Autobiografien sind stets mit Vorsicht zu genießen. Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass ein Autor – unabhängig von den belegbaren Fakten – seine eigene, subjektive Wahrheit erzählt. Oft wird vermeintlich Negatives einfach weggelassen, Erfolge werden manchmal größer gemacht, als sie eigentlich waren. Wie gesagt, das ist ein generelles Problem. Dennoch erfährt man meist trotzdem viel Neues. Man sollte nur nicht den Fehler machen, jede beschriebene Episode für bare Münze zu nehmen.
All das gilt natürlich auch für Bruce Lows Autobiografie. Auf die Problematik im Zusammenhang mit dem Lied „Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand“ habe ich bereits hingewiesen. Aber auch ansonsten gibt es Auffälligkeiten. Knapp die erste Hälfte des Buches (die Zeit in Surinam) liest sich eher wie ein Tropen-Roman als wie die Erinnerungen eines Menschen an seine Kindheit. Bruce Low erzählt so scheinbar detailgenau, bis hin zu Gemütsempfindungen anderer Menschen, auch bei Geschehnissen, bei denen er gar nicht dabei war. Das geht natürlich weit über die Memoiren-Form hinaus. Da Bruce Low die Tropen aber bereits mit acht Jahren verließ, blieb ihm wohl nur eine Erzählform übrig, die auch mehr oder weniger fiktive Elemente in sich trug. Wir wissen alle, dass wir über Ereignisse unserer frühen Kindheit nur sehr bruchstückhaft erzählen könnten; oft bleiben Geschichten unvollständig, weil man nur Teile daraus wahrgenommen hat.
Leider verspürt Bruce Low auch keine große Lust über seine große Zeit als Sänger zu berichten. Er bringt einige Anekdoten, aber leider war es das dann schon. Ein Grund hierfür mag auch sein, dass er im Grunde eine andere Karriere anstrebte, diese aber letztlich nicht realisieren konnte. Sehr aufschlussreich ist dabei folgende Aussage aus seiner Autobiografie: „Aber welch ein Unterschied zur Arbeit eines Konzertsängers, die ich ja eigentlich angestrebt hatte. Die Auftritte eines Schlagersängers waren für mich eine wenig aufregende Angelegenheit.“
Das ist in einem doppelten Sinne schade. Zum einen für den Sänger selbst, dass er nicht wirklich seiner Neigung nachgehen konnte, zum anderen, weil der damit die unzweifelhafte Qualität seiner Darbietungen doch ein bisschen verbal reduziert.
|
|||
Krankheiten und Tod
1934 hatte Bruce Low (damals natürlich noch Ernst Bielke) seinen schweren Sportunfall, der im Knie so ziemlich alles kaputt machte und letztlich auch eine Sportlehrer-Karriere verhinderte.
Über viele Jahre hatte Bruce Low mit einer schweren Erbkrankheit zu kämpfen, die aber je nach Bericht anders bezeichnet wurde (Ciderophilie, Eisenstauzirrhose, Häocromatose). Da Ich kein Mediziner bin, kann ich nur das wiedergeben, was in Berichten über Bruce Low stand. Das Problem dabei ist, dass der Körper das durch die Nahrung zugeführte Eisen nur unzureichend abbaut. Die Ärzte bekamen die Sache einigermaßen in den Griff, indem sie dem Sänger sehr häufig Blut abnahmen. Dadurch musste der Körper wieder neues Blut aufbauen, und dabei wird Eisen abgebaut. Zuerst musste die Blutabnahme jede Woche durchgeführt werden, später wurden die Intervalle immer länger, bis zu einem Vierteljahr. Laut Berichten verspürte der Sänger dann nichts mehr von den Symptomen der Krankheit.
Gegen Ende seines Lebens kam es aber dann sehr heftig. Im Januar 1988 musste er sich einer Knieoperation unterziehen, er bekam ein neues Kniegelenk. Möglicherweise war das eine Spätfolge seines Sportunfalls. Jedenfalls war die Operation nicht so erfolgreich wie erhofft. Bruce Low konnte nicht mehr richtig gehen. Wenig später kamen auch noch Probleme mit einem Arm dazu, der mehr oder weniger steif blieb.
Schließlich musste Bruce Low, der zuletzt in Höslwang in der Nähe des Chiemsees wohnte, Anfang 1990 wegen einer Leberentzündung auf die Intensivstation der Münchener Klinik „Rechts der Isar“ eingeliefert werden. Als dann auch noch eine Gelbsucht dazu kam, schaffte er es nicht mehr. Er starb am 3. März 1990.
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|